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Boards auf Brautschau

Posted by medienseminar - Mai 14, 2009

Es ist der 14. Mai – Eschwege in Nordhessen – trübes Wetter – kühl – Brüder-Grimm-Schule – draußen auf dem Parkplatz ein Auto mit einem kleinen weißen Stofffetzen an der polierten Antenne – aber im Keller ist es alles andere als ungemütlich – große Akteure sind da – Beamer und Boards in freundlicher Begleitung ihrer Softwarepakete – gleißendes Licht – angenehme Wärme – eingeladen hat der Schulträger des Kreises Werra-Meißener und die Kreisbildstelle unter der Leitung von Dirk Rudolph zur großen Schau der interaktiven Boards… es hat sich herumgesprochen, was die Tafeln des 21. Jahrhunderts zu leisten vermögen und so ist es nur verständlich, dass Schulleiter, Schulleiterinnen, IT-Beauftragte und viele Wissbegierige gekommen sind, um an der Schau der Berührungsempfindlichen und Lichtsensitiven teilzunehmen.

 

Zunächst scheinen sich alle Teilnehmer sicher zu wissen, was sie wollen… aber die Umworbenen zeigen, jedes Board für sich, einen ganz eigenen Charme… und dies macht die Wahl so schwer… Tugenden wie Genauigkeit, Handling, Geschwindigkeit, Interaktivität und vieles mehr müssen und können vor Ort ausprobiert werden. Letztlich muss alles passen und da ist es wie im wirklichen Leben… Die Wahl fällt schwer, weil alle, aber auch wirklich alle interaktiven Boards so ihre Vor- und Nachteile aufweisen:

Positiv: Eine Aktualität ist gegeben (Einbindung von aktuellen Datenquellen, Links… ). Den Frontalunterricht, welchen sie einfordern, kann man dennoch abwechslungsreicher und aufgelockerter gestalten. Es lassen sich in jedem Fall verschiedene Arbeitsformen anwenden. 

Negativ: Eine Einarbeitungszeit fordern sie alle. Zunächst gilt es erst einmal eine Übersicht hinsichtlich der Komplexität zu bekommen und diese dann auch zu behalten.

Was können nun die Boards der Superlative, die interaktiven Whiteboards? Dirk Rudolph zeigt sich bestens vorbereitet, hat selbst in den letzten Tagen alle Boards hinsichtlich ihrer spezifischen Mekrmale ausprobiert und sich eingearbeitet. Unterstützung findet er von Fachkollegen, die verschiedene Boards aus ihrer unterichtlichen Praxis schon kennen, sie einsetzen. Hier werden im Folgenden wichtige Punkte genannt.

1.) Nutzung zur Präsentation (Schüler und Lehrer können einfacher präsentieren; Gruppenarbeitergebnisse und Referate lassen sich am Board entwickeln)

2.) Medienzugriff (Problemloser Zugriff auf alle erreichbaren Medien; Internetzugriff; „Medienfeuerwerk“)

3.) Brainstorming/MindMap (einfaches Umsortieren; Neustrukturierung; spätere Weiterentwicklung)

4.) Dynamisches Tafelbild (Druckfunktion; Speichermöglichkeit; Versendung per Mail; Onlineverwendung; Fortsetzung der Unterrichtsstunde)

Schlussendlich unterscheiden sich die einzelnen Boards hinsichtlich ihrer mitgelieferten Softwarepakete sowie dem Vermögen tatsächlich interaktiv zu sein (Weiterbearbeitung von Tafelbildern; Schüleraktivitäten; Nutzung vorgefertigter Medien, welche inzwischen auch von Lehrmittelverlagen angeboten werden. Dies betrifft aber auch Materialien von Kollegen. Nicht jedes Board kann jedes Format bedienen. Hier basteln die Hersteller leider immer noch zu sehr an eigenen boardbindenden Lösungen hinsichtlich der Formate. Inzwischen von den Verlagen angebotene interaktive Tafelbilder laufen längst nicht auf allen Tafeln. Hier wird sich wohl in den nächsten Monaten entscheidend etwas tun.

Wer sind denn nun die genannten Großen? Die an der Schau der Superlativen beteiligten Modelle beschränkten sich auf zwei sowohl portable als auch stationäre Modelle (eiki 1 und Genius) sowie auf 3 interaktive Boards mit Tafelcharakter. Diese lassen sich einerseits fest an der Wand montieren, werden aber auch auf Wunsch aur einem rollbaren Gestell geliefert. Zunächst einmal zu den Boards, die uns an eine Tafel erinnern lassen. Der „gefühlte“ Klassiker aus dem Haus Smart durfte hier nicht fehlen. Seine Vorzüge liegen eindeutig in einer leichten und benutzerfreundlichen Bedienbarkeit. Schaut man auf den Internetauftritt der Firma Smart, so findet man eine Vielzahl vorgefertigter Projekte, die sich ansich sofort im Unterricht einsetzen lassen. Diese sind jedoch zu einem Großteil englischsprachig (andere Sprachen gibt es auch – interaktive Tafelbider in deutscher Sprache finden sich noch wenig, das könnte man aber selbst ändern). Ein weiterer Vorteil des Smart-Boards liegt darin, dass es nicht an einen proprietären Stift gekoppelt ist, hier kann man auch mal mit dem Finger schreiben. Die relativ robuste touchsensitive Oberfläche sollte jedoch nich mit Permanent-Markern beschrieben werden (man kann auch diese mit einem kleinen Aufwand entfernen) oder als Pinnwand benutzt werden. Ein fast ebenso bekanntes Board ist das active-Board von Promethean. Der Unterschied zum zuvor genannten Board liegt in den höheren Geschwindigkeit und Genauigkeit. Nutzer schwärmen von der mitgelieferten Bibliothek. Ein wichtiger Unterschied zum Smart Board ist die Bindung an den Sift. Ist dieser eben mal nicht da oder defekt, geht mal gar nichts. Ansonsten ist es ein nach einer Einarbeitungszeit zu empfehlendes Board. Das 3. Board kommt aus dem fernen Amerika von der Firma Interwrite, einer Firma, die, so sagen es die Werbeblätter, das interaktive Board schon vor Jahren erfunden hat. Zunächst jedoch nur für das Militär und so ist es kaum verwunderlich, wenn dieses Bord sich durch eine 100%ige Treffergenauigkeit auszeichnet. Hier sitzt jeder Strich, jeder winzige gesetzte Punkt erscheint an der richtigen Stelle. Dieses Board ist aber nicht nur genau, es ist noch dazu schnell dazu und leicht bedienbar. Da der deutschsprachige Markt gerade erobert werden (friedlich)möchte, kommt dieses Board mit einer Ausstattung (hier fehlt nichts) daher, die es durch den von der Firma vogegenbenen Kampfpreis (auch friedlich) recht attraktiv macht (verschiedene Bundle sind möglich). So gibt es die Möglichkeit das Board an der Wand zu befestigen, jedoch höhenverstellbar, denn der Nahdistanzbeamer ist im Lieferumfang enthalten. Auch dieses Board ist an die vom Hersteller mitgelieferten Stifte gebunden. Die beiden schon erwähnten portablen Lösungen sollen nun etwas genauer betrachtet werden, denn auch sie könnten bei der Auswahl durch spezifische Vorzüge punkten. Möchte man diese beiden Geräte stationär einsetzen, so befetigt man sie entweder direkt am Beamer oder an der Decke. Da beide eher sehr schlank daherkommen, benötigen sie bei ihrem Gewicht von knapp 200 g keinerlei schwerlastige Deckenhalterungen. Richten wir den Fokus auf den eiki1, ein interaktives Board, welches keine spezielle Projektionsfläche (sie sollte weiß sein) benötigt. Hier geht jede Wand jedes klassische Whiteboard. Ein gut nutzbares Softwarepaket rundet dieses Modell ab. Dieses umfasst wesentliche Elemente, die eine Präsentation gelingen lassen. Der Preis liegt bei ca. 600 € (netto). Hier lohnt sich ein Nachdenken. Das zweite Modell dieser Art ist der Genius (wir haben ihn auf diesem Webblog schon beschrieben). Auch der Genius braucht keine speziell Tafeloberfläche und verlangt ähnliche Bedingungen wie der eiki1. Er ist knapp 100€ günstiger als der eiki1 ist aber auch nicht ganz so genau. Einzige Schwierigkeit liegt bei den beiden letzteren Modellen, dass die Interaktivität über IR-Licht hergestellt wird. Da im normalen Licht immer IR-Anteile sind, kann es (muss aber nicht) zu Übertragungsschwierigkeiten kommen. Rechnet man genau, so bekommt man fast 4 portable Lösungen (Beamer inclusive) für eine stationäre Lösung. Beides hat Vor- und Nachteile, die gilt es abzuwägen.

Für die richtige Wahl seines Modells, sollte man auch danach schauen, wo es sich später einmal aufhalten soll. Das fingerfreundliche Smartboard (das ist nicht negativ gemeint) ist im Bereich der Primarstufe  und Sekundastufe 1 prima einsetzbar. Activeboard und das Board von Interwrite eigenen sich vortrefflich für die Bereiche Sekundarstufe 1 und 2. Einfach schon deswegen, weil sie sich durch ihre Genauigkeit im Berich der Naturwissenschaften besser einstzen lassen. So scheint es, dass der oder die Suchende auf der Jagd nach dem passenden Board zunächst einmal die Bedienung und die Handhabung in den Fokus rücken muss, dann aber auch nach den anderen Randbedingungen schielen sollte. Prieren lohnt sich hier. Softwareupdates und Applets werden zwangsläufig folgen. Es bleibt jedoch in jedem Fall dabei, dass man (Frau auch) schon vor der Hochzeitzeit wissen sollte, wen man da heiratet und welche vorteilhaften Eigenschaften so in die hoffentlich lange Ehe eingebracht werden… Aber wählen Sie selbst…

Offene Fragen können in der Kreisbildstelle geklärt werden.

 

Moderation: vonspecht

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